Selbständige sagen oft: "Ich habe keine Zeit für Blog und Social Media." Aber das stimmt oft gar nicht. Wenn du es richtig angehst, dauert der Ausbau deiner Sichtbarkeit weniger Zeit, als du denkst.
Wenn du eine der Fragen mit „Ja“ beantwortest, bist du hier goldrichtig. Setze deine Ressourcen künftig effizienter ein und lebe das Nachhaltigkeitsprinzip im Content-Marketing-Alltag. In meinem Blogbeitrag zeige ich dir, was Content Recycling ist, wie es dir zusätzliche Besucher beschert und warum du das Thema bereits bei deiner Content-Marketing-Strategie berücksichtigen solltest.
Unter Content Recycling (im englischen Sprachraum auch als Content Repurposing bezeichnet) versteht man
Dabei adaptierst du die Inhalte für das gewünschte Format beziehungsweise für die jeweilige Zielgruppe.
Wie wäre es mit dem Zerteilen eines Blogartikels in mehrere Social-Media-Beiträge? Oder fasse mehrere Blogartikel zu einem E-Book zusammen. Von der Vertonung eines spannenden Blogartikels für deinen Podcast, über die Zusammenfassung einzelner Bildbeiträge zu einer Slideshow bis hin zur Veröffentlichung eines Guides aus mehreren themenverwandten Social-Media-Posts – der Kreativität sind beim Content Recycling nahezu keine Grenzen gesetzt.
Fürs Content Recycling kommen grundsätzlich fast alle Content-Arten infrage:
Übrigens: Oft haben Unternehmen mehr Content, als ihnen bewusst ist: Jenseits von Website und Co. warten Print-Marketingmaterialien wie Verkaufs- und Produktpräsentationen, Factsheets, interne Weiterbildungen und Referenzen auf eine digitale Wiederverwendung.
-> Hast du noch die Übersicht über alle deine Inhalte?
Idealerweise gehst du Content Recycling strategisch an und planst die
Wiederverwendung deines Contents so früh wie möglich. Du kannst auch im Rahmen eines Content-Audits deine virtuellen Goldstücke identifizieren und sie recyceln. Erstelle eine
Liste aller vorhandenen Inhalte und in welcher Form diese bereits vorliegen. Was lässt sich wiederverwenden?
Traurig, aber wahr: Häufig läuft es bei der Content-Erstellung im Unternehmen doch so ab, du hast unglaublich viel Zeit und Gehirnschmalz für einen Beitrag investiert, um den „perfekten“ Artikel zu verfassen. Du bist mega stolz auf deine Leistung, planst die Verbreitung auf einigen Marketing-Kanälen wie Facebook & Co., klickst auf „Veröffentlichen“ und dann: aus den Augen, aus dem Sinn! Der Artikel wird gelesen, erhält vielleicht ein paar Kommentare, doch bald verschwindet er in den Tiefen deines Blogarchivs – wenn in Sachen Content-Promotion nichts weiter geschieht.
In einer Studie wurden 2012 die Besucherzahlen von 500 Blogposts nach ihrer Veröffentlichung beobachtet. Das deprimierende Resultat: Den meisten Traffic (72 Prozent) erhält ein Blogartikel innerhalb der ersten 30 Tage, danach stirbt er den schleichenden Content-Tod.
Wenn du dies verhindern willst, musst du aktiv werden!
Nutze einmal erstellte Inhalte in veränderter Form auf anderen Kanälen und für deine Produkte!
Neben Content Recycling gibt es noch weitere Begriffe, die ähnlich sind, aber eine geringfügig andere Bedeutung haben: Content Republishing und Content Remastering.
Beim
Content Republishing veröffentlichst du bereits bestehende Inhalte auf deiner Website in nahezu unveränderter Form. Das bietet sich an, wenn ein Thema für die Zielgruppe erneut aktuell und daher aus dem Archiv geholt wird. Das ist zum Beispiel beim Thema Home-Office in der Pandemie-Situation der Fall gewesen.
Auch jährlich wiederkehrende und damit immer wieder interessante Inhalte kannst du mehrfach verwenden. Dafür empfiehlt sich aber das Content Remastering. Beim Content Remastering nimmst du (kleinere) Updates an deinem Content vor und veröffentlichst ihn erneut. So kannst du in einem Artikel enthaltene Daten aktualisieren, Bilder austauschen oder neue hinzufügen, das Design aufhübschen und gegebenenfalls eine semantische Analyse vornehmen und deine Keywords checken. Mit diesem Vorgehen erreichst du mehr Menschen der gleichen Zielgruppe.
Willst du aber
neue Nutzergruppen gewinnen, musst du auf
Content Recycling setzen. Erstelle aus deinen vorhandenen Inhalten
andere Formate und nutze
weitere Kanäle, um Personen mit anderen Konsum-Vorlieben zu erreichen.
Zusätzlich kannst du auch noch Content-Curation nutzen. Dabei teilst du Inhalte anderer Creator mit der gleichen Zielgruppe in deinen Kanälen. Damit lockst du neue Personen in deinen Einflussbereich.
Egal ob Content Recycling, Content Republishing oder Content Remastering: Mit all diesen Aktivitäten hältst du den Wert deines Contents aufrecht – und du erhöhst ihn langfristig sogar.
Warum du auf Content Recycling nicht verzichten solltest? Im Folgenden nenne ich dir vier überzeugende Argumente, dich näher mit deinen alten Content-Perlen auseinanderzusetzen.
Die Veröffentlichung von Inhalten ist leider häufig, wie oben erwähnt, eine One-Shot-Aktion. Bestehender Content sollte jedoch im Sinne von Lean Content-Marketing laufend weiterentwickelt, aktualisiert und wiederverwendet werden, um
das Maximum aus ihm
herauszuholen. Schließlich müssen wir Content Marketer (und Redakteure)
mit unserer Zeit und dem vorhandenen Geld effizient umgehen.
In einer aktuellen Contentbird-Studie wurden Content-Verantwortliche befragt, wie sie ihre Ressourcen einschätzen: Rund 53 Prozent der Entscheider gaben an, dass sie nicht über genügend Mittel zur Herstellung hochwertiger Inhalte verfügen.
Mithilfe von Content Recycling optimierst du deine internen Content-Prozesse,
senkst die operativen Kosten und brauchst dir wegen der leidigen Suche nach neuen Themen-Ideen und Keywords keine grauen Haare mehr wachsen lassen. Angesichts knapper Zeit- und Geld-Ressourcen wäre es nicht nur wirtschaftlich unklug, sondern jammerschade, aufwändig erstellte Inhalte im digitalen Archiv verstauben zu lassen. Erstelle die maximal mögliche Anzahl an Inhalten mit dem geringstmöglichen Aufwand
durch Content-Recycling.
Dass Content Repurposing eine lohnende Strategie ist, hat sich natürlich herumgesprochen. Laut einer SEMrush-Untersuchung aus dem Jahr 2020 unter 1.200 Marketing-Spezialisten zählten 51 Prozent der Befragten die „Aktualisierung und Zweitverwertung bestehender Inhalte“ zu den effizientesten Content-Marketing-Taktiken im Jahr 2019. Nur 51 Prozent? Da ist definitiv noch Luft nach oben!
Auch wenn Content Recycling für ein nachhaltiges Content-Marketing unabdingbar ist: Übertreibe es bitte nicht! Veröffentliche immer wieder auch neue Inhalte, um deine Zielgruppe mit aktuellen Informationen aus deiner Branche zu versorgen und sie nicht mit der x-ten Content-Variation aus der Konserve zu langweilen.
Nach der trockenen Theorie willst du jetzt sicher unmittelbar und ohne Umschweife zur Sache und direkt auf den Punkt kommen. Du willst endlich deinen Beitrag für mehr Nachhaltigkeit im Content-Marketing leisten. Sehr anerkennenswert!
Existierenden Content effizient zu nutzen, ist keine Raketenwissenschaft. Ich zeige dir in diesem Abschnitt wie es in 3 einfachen Schritten geht.
Hinweis: Wenn du Content Recycling betreiben möchtest, solltest du eine ausreichende Anzahl an Blog- und Magazinartikeln oder anderweitigen Inhalten veröffentlicht haben, die bereits eine Weile online sind.
Du fragst Dich bestimmt: Welche Inhalte meiner Website eignen sich zum Recyceln? Krame jetzt nicht wahllos alle Deine alten Inhalte hervor und setze diese, nur leicht aufgehübscht, Deiner Zielgruppe erneut vor die Nase – das ist kein Content Recycling! Gehe stattdessen planvoll vor: Erstelle zunächst eine Übersicht aller Website-Inhalte, beispielsweise im Rahmen eines Content Audits.
Gib auch Deinen alten Content-Schätzen eine zweite Chance – durch sorgfältiges Recyceln bringen sie Dir noch lange Traffic und Leads.
Bevor ich Dir verrate, welche Inhalte Du auf Deine Recycling-Liste setzen solltest: Nachfolgenden Content kannst Du im Grunde direkt
aus Deiner Content-Aufstellung streichen.
News-Content: Nichts ist so uninteressant wie die Nachricht von gestern? Tatsächlich verlieren News-Artikel über die Zeit an Relevanz. Die News über Deine Auszeichnung als bester Dienstleister aus dem Jahr 2017 hat 2021 keine Relevanz mehr – außer vielleicht fürs Ego-Boosting. Daher ist dieser Artikel in Deinem Archiv am besten aufgehoben. Eventuell denkst Du sogar darüber nach, ihn zu löschen oder auf „noindex“ zu setzen. Und auch ein Artikel über die Wirtschaftskrise von 2018 ist kein Kandidat für eine Wiederverwendung. ABER: Wenn Du 2018 einen Beitrag über die Entwicklung des Börsenmarkts von 2000 bis zur Veröffentlichung des Blogbeitrags geschrieben hast, kannst Du diesen wunderbar mit einem Update im Jahr 2021 auf den neuesten Stand bringen.
schnelllebige Themen: Nicht nur bei News, sondern generell bei schnelllebigen Themen ist Content Recycling nur bedingt sinnvoll. Bei Content, der auf falschen oder überholten Tatsachen beruht (beispielsweise bei Technologie-Themen), ist es besser, das Thema komplett neu aufzuziehen. Wahrscheinlich wäre die Überarbeitung und Optimierung ebenso aufwändig, wie gleich eine Neuauflage zu planen.
Low-Traffic- & Low-Conversion-Inhalte: Inhalte, die nur wenige Besucher anziehen und auch wenige Conversions einfahren, eignen sich ebenfalls nicht für die Wiederverwertung. Vielleicht hat das genutzte Format die Zielgruppe nicht angesprochen oder Du hast bei dem Beitrag nicht den richtigen Ton getroffen? Entweder Du löschst den Content oder erstellst einen ganz neuen Inhalt zum Thema.
Worauf solltest Du stattdessen bei der Analyse des vorhandenen Contents den Fokus legen? Kennst Du das Pareto-Prinzip? Nach dieser Regel erreichst Du 80 Prozent der Ergebnisse mit nur 20 Prozent der aufgewendeten Zeit. Oder aufs Content Recycling übersetzt:
Mit den (beliebtesten) 20 Prozent Deiner Inhalte erzielst Du 80 Prozent des Traffics auf Deiner Website.
Konzentriere Dich daher auf den bestperformenden Content und nutze ihn erneut, um noch mehr aus ihm herauszuholen. Dabei handelt es sich um Beiträge, die beispielsweise über einen gewissen Zeitraum die meisten Aufrufe erhalten haben, viele Interaktionen wie Kommentare aufweisen oder in puncto Shares glänzen.
Orientiere dich bei der Bewertung des Contents am besten an den KPIs, die zu Deiner Content-Marketing-Strategie passen.
In Google Analytics findest Du unter „Websitecontent“ –> „Alle Seiten“ Deine beliebtesten Inhalte. Auf dieser Website scheint eine Obst-, Salat- und Gemüseliste für Hunde gut zu funktionieren und viel Traffic auf die Seite zu bringen. Wie wäre es da mit einer Fortsetzung oder einer Serie?
Meist sind die beliebtesten Inhalte sogenannter Evergreen Content, der zeitlose Themen à la „Wie funktioniert XYZ?“ behandelt. Auch dieser Beitrag hier ist übrigens Content, der selbst in ein paar Jahren für die Zielgruppe noch einen Mehrwert haben wird. 😉
Bevor Du allerdings Content in ein anderes Format transformierst oder überarbeitest, solltest Du die in Frage kommenden Inhalte erst einmal genauer unter die Lupe nehmen. Stelle Dir bei der Content-Review folgende Fragen:
Neben Deinen Top-Performern solltest Du Ausschau halten, ob in Deinem Content-Speicher vielleicht ungenutztes Potenzial schlummert: Inhalte, die an der Schwelle zur Top 10, also auf den Plätzen 11 bis 15 ranken. Hier lohnt sich gegebenenfalls ein Update, eine textliche Ergänzung und eine Nachjustierung bei den gewählten Keywords.
Nachdem Du die Inhalte identifiziert hast, die sich grundsätzlich fürs Recyclen eignen, hast Du verschiedene Möglichkeiten, um Deinen alten Content wiederzuverwenden.
Die einfachste Art, Content wiederzuverwenden, ist die Überarbeitung und Neuveröffentlichung. Wenn Du Beiträge Deines Blogs oder Magazins inhaltlich stärker überarbeitest, dann erwähne das im Artikel und hinterlege das Datum des Updates als Veröffentlichungsdatum in Deinem Content-Management-System (CMS). Damit sorgst Du nicht nur für Transparenz gegenüber Deinen Lesern, sondern puschst den alten Blogbeitrag in Deinem System wieder in den sichtbaren Bereich und das aktuelle Datum erscheint im Snippet der Suchmaschinen-Ergebnisse.
Wenn Du merkst, dass Inhalte zwar viele Besucher haben, aber nicht gut konvertieren, solltest Du neben einer inhaltlichen Überarbeitung auch den Call-to-Action optimieren. Achte im Rahmen der Überarbeitung darauf, dass Du aus älteren Artikeln auf neue verlinkst – und umgekehrt. Hast Du viele Sub-Artikel zu einem bestimmten Oberthema behandelt, dann kannst Du daraus eine Übersichtsseite, auch Pillar Page genannt, erstellen. Wie Du dabei vorgehst, erfährst Du im Beitrag „Pillar Page: Ein Allheilmittel für Deine Rankings?“
Wichtig: Wenn Du einen Artikel mit Potenzial überarbeitest, ändere bitte nicht dessen URL. Ansonsten geht die ganze, mühevoll aufgebaute SEO- und Ranking-Power für diesen Beitrag flöten.
Eine ebenfalls einfache, aber effektive Art, Content zu recyceln ist, das bestehende Format zu ändern. Beispielsweise wandelst Du einen Text in ein Video oder einen Podcast um. Prüfe daher im Rahmen des Content Audits, welche Themen und Formate bei Deiner Zielgruppe gut ankommen und warum, und wandle mehr Inhalte in die beliebtesten Formate um.
Idealerweise hast Du bereits eine Buyer Persona erstellt, in der auch deren Medien-Präferenzen vermerkt sind. Ansonsten testest Du einfach verschiedene Formate aus oder befragst Deine Zielgruppe.
Liest Deine Zielgruppe lieber Text-Inhalte als Video-Content zu konsumieren? Dann verschwende Deine Zeit nicht damit, Interviews in Video-Form aufzubereiten. Wenn Deine Zielgruppe wenig Zeit für die Recherche mitbringt, solltest Du eher kurzen, faktenbasierten Content bieten, statt eines umfangreichen Whitepapers. Bei Nutzern, die an interaktivem Content Gefallen finden, wäre ein Quiz, eine Slideshow oder eine interaktive Grafik die passende Verpackung für Deinen Content.
Wenn Du Content in ein anderes Format transformierst, dann beachte, in welcher Phase der Buyer’s Journey (Bewusstseins-, Überlegungs- und Entscheidungsphase) sich Deine potenziellen Leads befinden, die Du mit dem wiederbelebten Inhalt ansprechen willst. Frage Dich: Welches Format passt zu welchem Schritt in der virtuellen „Kundenreise“, da es am besten das Informationsbedürfnis zum gegebenen Zeitpunkt befriedigt? Dabei kann Dir eine Customer Journey Map helfen.
Bedienst Du sogar mehrere Persona-Gruppen (beispielsweise Frauen und Männer)? Dann stimme Deinen Inhalt beim Content Recycling gezielt auf diese Gruppen ab, um sie anzusprechen und zur Conversion zu bewegen.
Bereite Deinen Inhalt für die verschiedenen Personas und die unterschiedlichen Phasen des Kaufentscheidungsprozesses auf.
Tipp: Wenn Du wissen möchtest, welche Erwartungen an das Content-Format es von Seiten der Suchenden gibt, kannst Du einfach eine Suchanfrage in Google starten: Erscheinen dann beispielsweise überwiegend Videos in den Suchergebnissen, weißt Du, dass Du mit einem Video die Suchintention perfekt triffst.
Bei der Content-Aggregation bündelst Du viele einzelne Content-Stücke zu einem größeren Content-Element.
Beispiel: Du hast in Deinem Unternehmensblog verschiedene, themenverwandte Blogbeiträge zum Thema Kochen (Rezepte, Kochutensilien, Zutaten, Trends) verfasst, die gut angekommen sind? Hier mein persönlicher Recycling-Tipp:
Streue die einzelnen Blogartikel über einen Themen-Newsletter (z. B. E-Mail-Kochkurs für Anfänger) und erreiche damit neue Leser.
Fasse die Key Findings mehrerer Blogartikel in einem Food-Podcast zusammen und interviewe zusätzlich einen Experten zu dem Thema.
Fasse die Beiträge in einem E-Book oder einem Whitepaper zusammen, wenn Du die Kapazitäten hast, und biete das Dokument auf einer separaten Landingpage zum Download an. So hast Du gleichzeitig einen prima Lead-Magneten Dafür musst Du keine ausgeprägten Grafiker-Skills mitbringen – verpacke Deine Inhalte einfach in einer ansprechenden Word-Vorlage, überarbeite Deine Inhalte für das E-Book und konvertiere die Datei in ein PDF – fertig!
Das Gegenteil zur Content-Zusammenfassung ist die Content-Verkleinerung. Das bedeutet: Du teilst ein längeres Content-Stück in kleinere Teile, bis nur noch sogenannter Micro Content übrigbleibt. Unter Micro Content versteht man die kleinste Einheit, in der ein Content-Stück existieren kann – kleiner geht’s nicht. Das kann ein Zitat, ein Bild oder ein Video sein, das sich gut in den sozialen Medien verbreiten lässt. Dabei muss dieser Content nicht nur kompakt sein, sondern für den Konsumenten nützliche Informationen bieten und ohne ergänzende Informationen verständlich sein. Wie Du sogenannten „Snackable Content“ erstellst, erfährst Du im Beitrag „Snackable Content: 7 Tipps, wie Du Deinen Content in Häppchen servierst“.
Beispiel: Du hast für ein bei Deiner Zielgruppe erfolgreiches B2B-Whitepaper aufwändig zum Thema Digitalisierung in der Finanzbranche recherchiert, Studien gelesen und Literatur gewälzt, Expertenstimmen eingeholt und Anwenderbeispiele aus der Praxis eingebaut. Nutze diesen Rechercheaufwand bestmöglich, um weitere kleine Content Pieces zu kreieren.
Aus dem umfangreichen Whitepaper-Text erstellt Du einen kürzeren Blogartikel oder ein Advertorial, in dem Du die wesentlichen Aussagen wiedergibst. Der Blogartikel bietet Dir die Möglichkeit, sofern er für Suchmaschinen optimierst ist, bei Google ein gutes Ranking für Deine relevanten Keywords zu erzielen und so organischen Traffic auf Deine Website zu lenken. Denn normalerweise kann Google „Gated Content“, also Inhalt, der sich wie das Whitepaper hinter einer Registrierungsschranke verbirgt, nicht lesen.
Interviewe den Autor oder Experten im Beitrag – entweder in einem Video, das Du auf YouTube hochlädst oder in Form einer Podcast-Folge.
Löse einzelne Abschnitte, Fakten, Infografiken oder Zitate aus dem Whitepaper heraus und poste diese mit einem erklärenden Text in Deinen sozialen Netzwerken oder integriere sie in den Unternehmens-Newsletter. Auch die Erstellung eines Listenartikels (Listicle) ist möglich.
Wenn Du die ersten Inhalte recycelt hast, musst Du im dritten und letzten Schritt diese noch an Deine Zielgruppe bringen, zum Beispiel via Social Media, auf Deiner Website oder in einem Newsletter. Berücksichtige dabei, auf welchen Kanälen sich Deine Zielgruppe zu welchen Zeitpunkten bevorzugt aufhält und informiert und welche Formate dort funktionieren.
Wenn Du beispielsweise auf Instagram erfolgreich sein willst, punktest Du nur mit hochwertigen und aufmerksamkeitsstarken Bildern oder Videos. Langweilige Grafiken mit viel Text zünden auf dem sozialen Netzwerk eher nicht. Auch die Länge von Videos kann einen Einfluss darauf haben, wie viel Interaktion ein Video erhält: Laut einer Hubspot-Studie laufen auf Facebook Videos mit einer Länge von rund einer Minute am besten, auf Instagram darf es aber gerne kürzer sein (26 Sekunden).
Tipp: Wenn Du beim Content Recycling einen Inhalt in ein anderes Format verwandelst, dann füge nach Möglichkeit einen Link auf den originalen Inhalt ein, um mehr Traffic auf Deine Website zu bekommen.
Eine modulare Bauweise erleichtert die spätere Wiederverwendung.
Content Recycling sollte nicht erst auf Deiner To-Do-Liste aufploppen, wenn Du eine Content-Inventur machst. Denn so entgehen Dir unter Umständen spannende Themen, die vielleicht schlecht umgesetzt wurden und nicht als Top-Content auftauchen. Verwende deshalb Content Recycling als Bestandteil Deiner Content-Marketing-Strategie und überlege Dir bereits bei der Themenrecherche, welche Inhalte Du später wie erneut verwenden könntest, sei es in einem anderen Format, auf einem anderen Kanal oder ausgerichtet auf eine andere Zielgruppe.
Dein Content-Repurposing-Prozess sieht dann etwa wie folgt aus:
Du überlegst Dir ein allgemeines Thema als Grundlage für viele weitere Content Pieces. Stell Dir vor, Du bist ein Anbieter von hochwertigem Hundefutter und möchtest zum Beispiel das Thema „Barfen“ groß aufmachen.
Sobald Du ein allgemeines Thema gefunden hast: Wie lässt sich dieses für verschiedene Content-Formate und -arten aufbereiten? Und über welche Marketing-Kanäle willst Du den recycelten Content im Rahmen des Content Seedings verbreiten? In unserem Beispiel mit dem Hundefutter-Anbieter wären folgende Content-Variationen denkbar:
Halte die geplanten Recycling-Aktivitäten in Deinem Redaktionsplan fest, beispielsweise in einem eigenen „Recycling“-Tab, um die Übersicht zu wahren.
Falls Du noch keinen Redaktionsplan für die Planung Deiner Inhalte nutzt: lies diesen Beitrag zum Thema Redaktionsplan.
Dann beginnt die Recherchephase: Mit welchem Inhalt startest Du? Idealerweise mit dem Beitrag, der den meisten Rechercheaufwand verursacht. Baue diesen Inhalt modular auf, so dass Du ihn später leichter in seine Einzelteile „zerlegen“ kannst und in einem anderen Format auf einem beliebigen Kanal teilen kannst.
Beispiel: Gliedere und gestalte den initialen (Blog-)Beitrag mit
So kannst Du beispielsweise in einem Artikel über die schönsten Geburtstagssprüche die Sprüche mithilfe des kostenlos nutzbaren Tools Canva in einer liebevoll gestalteten Grafik darstellen und in den Artikel einbauen. Diese kannst Du dann später gut auf Pinterest oder Instagram posten. Überlege Dir auch, mit welchen Beiträgen Du eventuell eine Serie startest.
Nachdem Du Deinen ersten Inhalt erstellt hast, nutze Deine Recherchen und andere Content-Elemente aus dem Projekt, um Deine Inhalte und Botschaften in andere Content-Formate zu transformieren. Möglicherweise musst Du noch gewisse Aspekte vertiefter recherchieren, aber die grundlegende Arbeit ist bereits getan. Idealerweise produzierst Du die recycelten Inhalte auch gleich im Voraus, da Du noch im Thema drinsteckst. Mit geeigneten Veröffentlichungs-Systemen (zum Beispiel WordPress, Hootsuite etc.) kannst Du die Beiträge für die Zukunft planen und musst später nicht mehr eingreifen.
Tipp: Wenn Du zu einem Thema mehrere ähnliche Blogartikel verfasst, achte darauf, dass jeder Artikel auf ein anderes Keyword und damit eine andere Suchintention optimiert ist. Duplicate-Content-Probleme auf Deiner Website müssen nun wirklich nicht sein.
Welcher Content darf nochmal in die Auslage? Du entscheidest!
Durch eine smarte Wiederverwendung und Überarbeitung guter Inhalte sparst Du Zeit und Geld und holst die besten Resultate aus Deiner Recherche und Themenfindung heraus. Content Recyling beziehungsweise Content Repurposing sollte allerdings nicht erst im Nachhinein erfolgen, sondern bereits bei der Themenplanung mitgedacht werden.
Sicherlich sind in Deinem Webangebot Inhalte vorhanden, die sich wunderbar fürs Recycling eignen. Sichte Deinen bestehenden Content und entscheide auf Basis Deiner relevanten Content-Kennzahlen, was nochmal in die Auslage darf und was besser in Deinen Archiven verborgen bleibt.
Die Frage, wie oft du Inhalte recyceln solltest, bevor sie für deine Zielgruppe irrelevant werden, ist für viele Solo-Selbständige von großer Bedeutung. Grundsätzlich ist es ratsam, regelmäßig einen Blick auf deine bestehenden Inhalte zu werfen. Oft wird empfohlen, Inhalte alle paar Monate zu überprüfen und gegebenenfalls zu aktualisieren. Dies sorgt dafür, dass deine Informationen stets relevant und frisch bleiben. Inhalte, die einmal erstellt wurden, können durch kleine Anpassungen oder Updates an die aktuellen Bedürfnisse deiner Zielgruppe angepasst werden.
Ein wichtiger Aspekt beim Content Recycling ist der Fokus auf beliebte und gut performende Inhalte. Nutze das Pareto-Prinzip: 20 Prozent deiner Inhalte bringen 80 Prozent des Traffics. Wenn du diese Top-Performer regelmäßig recycelst, bleibt deine Zielgruppe interessiert und gefesselt. Das bedeutet, dass nicht jeder Beitrag gleich häufig aktualisiert werden muss. Stattdessen solltest du dich auf die Inhalte konzentrieren, die bereits viele Aufrufe oder Interaktionen erhalten haben.
Ein weiterer guter Ansatz ist, saisonale Ereignisse oder Trends zu berücksichtigen. Wenn du Inhalte hast, die zu einem bestimmten Thema passen, das jährlich oder öfter relevant wird, kannst du diese regelmäßig aktualisieren. Zum Beispiel könntest du einen Beitrag über Jahreszeiten-Trends jährlich überarbeiten oder anpassen. So bleibst du in Erinnerung und zeigst deiner Zielgruppe, dass du die Themen ernst nimmst und stets am Puls der Zeit bist.
Um zu vermeiden, dass Inhalte irgendwann irrelevant werden, ist es wichtig, dass du auch neue Themen einbringst. Das Recycling von Inhalten sollte nicht zu einer einseitigen Strategie werden. Es ist entscheidend, auch frische, aktuelle Inhalte zu produzieren, um deine Zielgruppe mit Neuigkeiten und aktuellen Informationen zu versorgen. Ein ausgewogenes Verhältnis aus Recycling und Neuerstellung wirkt oft besonders ansprechend und hält dein Publikum engagiert.
Am besten, du bringst beim Recyclen deiner Inhalte immer einen neuen Gedanken oder Fakt mit ein. Oder du betrachtest das Thema von einer anderen Perspektive – mal aus Sicht deiner Kunden, mal aus deiner Sicht, mal aus Sicht der Suchmaschinen, etc. Du kannst auch aus einer Checkliste eine Anleitung machen oder umgekehrt.
Abschließend ist es entscheidend, den Erfolg deiner recycelten Inhalte zu überwachen. Analysiere regelmäßig, wie dein Publikum auf aktualisierte Inhalte reagiert. Mit der Zeit wirst du ein Gefühl dafür entwickeln, wann Inhalte erneut geteilt oder aktualisiert werden sollten und wann es sinnvoller ist, etwas völlig Neues zu schaffen, um die Bedürfnisse deiner Zielgruppe optimal zu erfüllen.
…
Content Recycling bietet introvertierten Solo-Selbständigen eine hervorragende Möglichkeit, ihre Ressourcen effizient zu nutzen, ohne ständig neuen Content erstellen zu müssen. Besonders für diese Zielgruppe, die oft Schwierigkeiten hat, sich aktiv auf Social Media zu präsentieren, ist die Wiederverwertung bestehender Inhalte eine wertvolle Strategie, um Sichtbarkeit zu erhöhen und dennoch authentisch zu bleiben. Durch die Transformation vorhandener Blogartikel in Videos oder Podcasts können sie ihre Informationen in neuen Formaten anbieten und gleichzeitig ihre Energie und Zeit schonen.
Ein weiterer Vorteil ist, dass introvertierte Solo-Selbständige sich auf die Qualität ihrer Inhalte konzentrieren können, anstatt sich in der Fülle neuer Themen zu verlieren. Content Recycling ermöglicht es ihnen, bereits bewährte Inhalte weiterzuentwickeln und in verschiedenen Kontexten zu teilen. So können sie ihre Expertise gegenüber ihrer Zielgruppe präsentieren, ohne sich dabei überfordert zu fühlen.
Zusätzlich fördert Content Recycling die kontinuierliche Aktualisierung des eigenen Webauftritts, was besonders wichtig ist, um in Suchmaschinen gut sichtbar zu bleiben. Indem sie alte Inhalte überprüfen und gegebenenfalls anpassen, können sie sicherstellen, dass diese immer ihren aktuellen Standpunkten entsprechen und für ihre Leser nützlich sind. Dieses Vorgehen kann helfen, Aufmerksamkeit zu erlangen, ohne ständig neuen Content produzieren zu müssen, was für viele Solo-Selbständige eine große Entlastung darstellt.
Thomas Content-Recycling-Strategie umfasst die Umwandlung nachhaltiger Blogbeiträge in Podcasts-Folgen. Diese Transformation erlaubt es ihm, seine Expertise ohne aktive Selbstdarstellung in sozialen Medien zu teilen. Zudem bündelt er mehrere zusammenhängende Blogartikel zu einem umfassenden E-Book, was sowohl die Sichtbarkeit erhöht als auch eine weitere Zielgruppe anspricht. Das brachte ihm 17% mehr Kunden.
Ein weiteres Beispiel ist Sophia. Sie zerteilt jeden ihrer Blogbeiträge in drei bis fünf Social-Media-Posts. Dadurch kann sie regelmäßig Inhalte veröffentlichen, ohne jedes Mal neu denken zu müssen, was ihr als introvertierten Selbständigen die Sichtbarkeit leichter macht. So ist es ihr möglich, doppelt so viele Posts wie vorher zu veröffentlichen.
Maria und Corinna aktualisieren bestehende Inhalte regelmäßig und bieten sie in Form von Infografiken, Checklisten oder Anleitungen erneut an, um die Reichweite zu erhöhen und ihre Autorität zu stärken, ohne ständig neuen Content erstellen zu müssen. Außerdem wandeln sie Blogartikel in Facebook-Posts und LinkedIn-Beiträge sowie Pinterest-Beiträge um. Diese Methoden ermöglichen es ihnen, ihre Präsenz über diverse Plattformen zu optimieren. Maria hat ihre Social-Media-Präsenz um ein Drittel erhöht und es fällt ihr viel leichter neue Blogartikel zu erstellen. Corinna ist doppelt so oft auf Facebook sichtbar und ein Fünftel mehr auf LinkedIn. Da beide beim Aktualisieren auch SEO-Maßnahmen umsetzen, ist ihr Google-Ranking gestiegen.
-> Nutzt Du Content Recycling bereits? Hast Du noch mehr Inspiration für die Wiederverwendung von Content? Dann lass es mich wissen!